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Feuer ist seit Alters her Segen und Fluch der Menschheit. Der große Dichter Friedrich Schiller hat das in seinem Lied über die Glocke bewegend beschrieben:

"Wohtätig ist des Feuers Macht,
Wenn sie der Mensch bezähmt, bewacht,
Und was er bildet, was er schafft,
Das dankt er dieser Himmelskraft,
Doch furchtbar wird die Himmelskraft,
Wenn sie der Fessel sich entrafft,
Einhertritt auf der eignen Spur
Die freie Tochter der Natur.
Wehe, wenn sie losgelassen
Wachsend ohne Widerstand
Durch die volkbelebten Gassen
Wälzt den ungeheuren Brand!
Denn die Elemente hassen
Das Gebild der Menschenhand."

Im gleichen Gedicht beschreibt Schiller, wie man sich in frühen Zeiten gegen die Macht des unkontrollierten Feuers gestemmt hat, und oft als Verlierer zurückblieb:

"Flackernd steigt die Feuersäule,
Durch der Straße lange Zeile
Wächst es fort mit Windeseile,
Kochend wie aus Ofens Rachen
Glühn die Lüfte, Balken krachen,
Pfosten stürzen, Fenster klirren,
Kinder jammern, Mütter irren,
Tiere wimmern
Unter Trümmern,
Alles rennet, rettet, flüchtet,
Taghell ist die Nacht gelichtet;
Durch der Hände lange Kette
Um die Wette
Fliegt der Eimer, hoch im Bogen
Spritzen Quellen, Wasserwogen.
Heulend kommt der Sturm geflogen,
Der die Flamme brausend sucht.
...
Hoffnungslos
Weicht der Mensch der Götterstärke,
Müßig sieht er seine Werke
Und bewundernd untergehn."

Der Mensch wäre nicht Mensch, wenn er sich mit der Geißel des Feuers einfach abgefunden hätte.

Schon in früheren Zeiten gab es Regelungen, wie Brände zu verhüten sind oder ausgebrochene Brände zu bekämpfen sind.

Ledereimer, Nothaken, Axt und Leiter waren in jedem Haushalt vorhanden und jeder Bürger war zur Hilfeleistung verpflichtet.

Schon Anfang des 19. Jahrhunderts wurde die doppelt wirkende Handdruckspritze mit Windkessel entwickelt.

Eine Handdruckspritze etwas modernerer Bauart stand bis 1940 im alten Spritzenhaus in der Landsteiner Strasse. Auch die mußte noch mit einem Pferdegespann zum Einsatzort gebracht werden.

Der Kampf gegen das Feuer war immer auch ein lebensgefährlicher Kampf. Viele haben im Einsatz ihr Leben verloren. Bis heute bitten in allen Ländern die Feuerwehrleute den Heiligen Florian um seinen Beistand.

 

1932+1933

Brandschutz war immer schon Sache der Bürger, der Gemeinden und Städte.

Die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Finsternthal erfolgte im September 1932 in der Rechtsform eines eingetragenen Vereins.

Zu den Gründungsmitgliedern zählten :

Theodor Rühl Karl Scherf
Gustav Wick Walter Friedrich
Paul Immel Robert Schnorr
Fritz Schäfer Paul Uhrig
Albert Löw Wilhelm Wissig
Otto Wick Otto Löw
August Ziemer Emil Diehl
Alwin Müller August Nickel

Diese Männer traten vor 75 Jahren freiwillig und uneigennützig an, um ihr Hab und Gut und das ihrer Mitmenschen in Finsternthal vor dem Unglück zu bewahren, Opfer des Feuers zu werden.

Ihr Motto "Gott zur Ehr, dem nächsten zur Wehr" ist 75 Jahre alt und jung zugleich.

In unserer heutigen Zeit, einer Versicherungsgesellschaft, in der hauptsächlich andere oder eben der Staat für das Gemeinwohl zuständig sind, in der persönliches Engagement für das Wohlergehen der Gemeinschaft nicht unbedingt breit gestreut ist, geben diese Männer von 1932 nach wie vor ein leuchtendes Beispiel ab.
In Finsternthal hat das Engagement dieser Männer Früchte getragen, wie die Weiterentwicklung der Freiwilligen Feuerwehr Finsternthal zeigt.
Zum ersten Wehrführer wurde Otto Wick gewählt. An Ausrüstungsgegenständen waren eine Handdruckspritze, ein Schlauchwagen, Feuerwehrhelme, Äxte, Leitern und Uniformteile vorhanden.

1933 1945

Im Januar 1933 hatte die nationalsozialistische Arbeiterpartei NSDAP die Macht ergriffen.
Durch die dann folgenden Zwänge der nationalsozialistischen Diktatur wurde der eingetragene Feuerwehrverein von Amts wegen aufgelöst und im Vereinsregister beim Amtsgericht Usingen gelöscht. Die Feuerwehr wurde komplett der Polizei unterstellt und unterlag damit der Befehlsgewalt des Reichsministeriums des Inneren und dem Reichsführer der SS.
1940 konnte man das von der Gemeinde neu errichtete Gerätehaus, am Friedhofsweg, seiner Bestimmung übergeben. Im selben Jahr wurde die erste Motorspritze, ein T.S. 4, die auf einer Lafette gezogen werden konnte, beschafft.
Daneben besaß die Feuerwehr einen Hydrantenwagen mit ausreichendem Schlauchmaterial.
Für die Alarmierung standen Hupen und Trompeten zur Verfügung. Um die Mitgliedschaft in der Feuerwehr auch nach außen zu dokumentieren wurde eine einheitliche, zunächst einfache Uniform angeschafft.
Zur Ausbildung der Mitglieder wurden vier- bis sechsmal im Jahr Übungsalarm angesetzt. Für die Ausbildung der Wehrführer wurden Lehrgänge an der
Feuerwehrschule in Kassel abgehalten (Otto Löw war einer der ersten Lehrgangsteilnehmer). pillola per dimagrire

Mit Kriegsbeginn 1939 lichteten sich die Reihen zunächst durch Einberufung und in der Folge oftmals durch Tod. So mußten die Kameraden

Ernst Guckes Adolf Jung
Otto Guckes Erwin Rühl
Robert Schnorr Willi Rühl

Im Krieg, fern der Heimat, ihr Leben lassen.

Im März 1945, kurz vor Kriegsende, kam auch der Krieg nach Finsternthal. So kam es noch zu Kampfhandlungen zwischen den anrückenden amerikanischen Verbänden und der zur Verteidigung in Stellung gegangenen "Fahnenjunker" der Deutschen Wehrmacht. In deren Folge wurde das Wohnhaus des Kameraden Albert Löw und das Jagdhaus in Brand geschossen. Die Löscharbeiten wurden von den Amerikanern nicht gestattet. Unsere 1940 angeschaffte T.S.4 nahmen Sie als Beutegut mit. Es folgte eine schwere Zeit für die Wehr.

Der Neuaufbau

1945 - 2007

Wenige Tage nach Kriegsende stand die
Feuerwehr wieder für die zivilen Aufgaben des Bevölkerungsschutzes zur Stelle.

1946 konnte die Gemeinde eine gebrauchte
T.S. 4 von der Gemeinde Merzhausen erwerben.
In den kommenden Jahren folgten zahlreiche
Einsätze in Finsternthal und im Rahmen der nachbarschaftlichen Löschhilfe in den Nachbargemeinden. Sie waren Zeichen für die größeren und zum Teil neuartigen Aufgaben der Feuerwehr in der sich schnell verändernden Welt,
was sich natürlich auf die Beschaffung neuer Gerätschaften und Einsatzfahrzeuge auswirkte.
Die persönliche Ausbildung und Ausrüstung der Kameraden wurde ständig verbessert.

1960 wurde eine neue Motorspritze T.S. 8 mit
Wagen angeschafft.

1977 wurde das erste Feuerwehrauto LF der
Marke Ford aus Gemünden beschafft, das mit
den vorhandenen Ausrüstungsgegenständen einschließlich der Motorspritze bestückt wurde.
Schon bald war das bis zu diesem Zeitpunkt
genutzte Spritzenhaus zu klein. Nach langer
Planung und unter Berücksichtigung der uns zur Verfügung stehenden Mittel wurde eine
Erweiterung in Eigenhilfe erstellt.

Die Anforderungen an unsere Feuerwehr und insbesondere für die Verantwortlichen nahmen
zu.
Dieser Situation mußte Rechnung getragen
werden. Am 24.3.1986 wurde auf der Mitgliederversammlung die Satzung für den Förderverein der freiwilligen Feuerwehr
Finsternthal 1932 e. V. beschlossen und nach
1932 zum zweiten Mal die Eintragung beim Vereinsregister beim Amtsgericht in Usingen
beantragt.
In der außerordentlichen
Hauptversammlung vom 25. April 1986 erfolgte
die Trennung zwischen Einsatzabteilung und Förderverein. Es wurde erstmals ein Vorstand
für den Verein und für die Einsatzabteilung
gewählt
.

1987 konnte das Spritzenhaus durch die nicht
mehr benötigte Saatreinigung zur Unterbringung
der anwachsenden Ausrüstungsgegenstände
erweitert werden. Gleichzeitig wurde ein
Trockenmast zum Trocknen der Schläuche
aufgestellt. Auch die Jugendarbeit und damit die
Sorge um den Nachwuchs in der Freiwilligen
Feuerwehr wurde schon sehr früh aufgegriffen.
Die Förderung des Brandschutzgedankens und
die Ausbildung der Jugendlichen verbunden mit
der
Integration in die Gemeinschaft stehen im Vordergrund des Angebotes, das von den
Jugendlichen und ihren Ausbildern engagiert angenommen wird. Eine große Bereicherung für
unsere Feuerwehr war der Einzug einer Frau in
einer bis dahin reinen Männerdomäne. Das gute Beispiel beflügelte andere Frauen und
mittlerweile sind die Feuerwehrfrauen fester
und nicht mehr wegzudenkender Bestandteil der Finsternthäler Feuerwehr.

Die 90er Jahre

Immer häufiger wurde die Finsternthäler
Feuerwehr in den 90er Jahren des vorigen
Jahrhunderts zu den verschiedensten
Hilfseinsätzen gerufen, was sich wieder auf die Beschaffung entsprechender Fahrzeuge und
Geräte auswirkte.
So konnte 1993 unser neues Feuerwehrauto in Luckenwalde, südlich von
Berlin , von unserem Wehrführer Klaus Könnemann übernommen werden. Im Rahmen des wieder vereinigten Deutschlands wurde das bisher
vorhandene Feuerwehrauto zur Weiterleitung an
eine freiwillige Feuerwehr der neuen
Bundesländer abgegeben.
Nicht ohne Emotionen erfolgte der Austausch der Fahrzeuge mit den Kameraden vor Ort und das Kennenlernen
historischer Orte deutscher Geschichte in Berlin
und Potsdam.

Das neue Jahrhundert

2003 hat die Feuerwehr als Sachspende einen Mannschaftstransportwagen erhalten.

Die in all den zurückliegenden Jahren von der Freiwilligen Feuerwehr Finsternthal
ausgerichteten Veranstaltungen, seien es die unzähligen Grillabende, die Faschingsfeiern, die Weihnachtsmärkte, die gemütliche Dorfabende
oder die Ausflüge zu Zielen innerhalb und
außerhalb Deutschlands, haben sich zu einem
festen Bestandteil des örtlichen Lebens
herausgebildet. So war es naheliegend das
unser Verein seinen Vereinszweck in der
Satzung wie folgt erweitert hat:
“...

das Feuerwehrwesen sowie
gemeinschaftliche Maßnahmen im Ortsteil Finsternthal zu fördern
. “

So bildete sich unser Verein als Träger für die Errichtung des Brunnenplatzes, Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses, bei der das alte Wiegehäuschen in eine moderne Toilettenanlage umzubauen war. Im zeitlichen Zusammenhang
mit der Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses konnte der Verein das Vereinsheim "Unser Räumche" errichten.

Im Jahre 2007 feiert die Finsternthäler Feuerwehr ihr 75-jähriges Jubiläum.
Die Mitgliederzahl ist auf 83 angewachsen. Die Einsatzzahlen wachsen von Jahr zu Jahr und stellen immer neue Anforderungen. Längst geht die Hilfeleistung über den reinen Brandschutz hinaus. Technische Hilfeleistungen aller Art sind zu bewältigen. Die Aufgaben werden von unseren Feuerwehrleuten durch ständige Aus- und Weiterbildung, regelmäßigen Übungen und mit Hilfe zusätzlicher, modernerer, an die erweiterten Aufgabenstellungen angepaßter Gerätschaften und mit Fleiß, Mut und vor allem viel Herz erfüllt.

erstellt von Rainer Wissig 2. Vorsitzender

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Erste Aufzeichnungen

Erste Aufzeichnungen in Form eines Briefes wurden uns im Jahr 1998 von der Feuerwehr Mauloff überreicht. Eine Abschrift bzw. Übersetzung des Briefes vom damaligen Schultheißen (Bürgermeister) mit dem Namen Lehr aus Finsternthal an den Schultheißen von Bad Camberg vom 5. November 1798. Also vor über 200 Jahren.

Er bittet um die Ersatzbeschaffung der 12 ledernen Eimer, die bei der Löschhilfe entzwei gegangen bzw. verbrannt waren. Es handelt sich um die Löschhilfe anlässlich des 1. großen Stadtbrandes in Bad Camberg am 28. Oktober 1798.

Hoch geehrter Herrn Stadtschultheißen,

da zu der bey ihnen ausgebrochenen Feuersnoth von hier 14 man zur Löschung mit 12 letternen Eimer abgeschickt welches den 2 ten Tag mit von hier gesckickten ablößman.....(?),

an Sie überschickt wobey bemerkt dass hierfür zwölf Eimer mit dem namen des Orths Finsternthal und Jahrzahl 1782 bezeichnet. Bitte also dem bringer gemeindsman Löw von hier besagte Eimmer waß nicht entzwei und verbrent worden wieder her zu bringen zu geben. Nebst schönster begrüßung, verbleib in Hochachtung ihr bereits zu dienen williger Lehr Schultheiß.

Finsternthal den 5 ten Nov 98

Dankenswerterweise von Herrn Manfred Kunz, Bad Camberg zur Verfügung gestellt. Sowie der Feuerwehr Mauloff für die Weiterleitung an uns.

 

 

Letzter Einsatz

Technische Hilfeleistung   Finsternthal   09 Januar 2011 09:01   Bach über Ufer getreten   mehr ...

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